Allgemeine Infos

Manhunt (englisch für „Fahndung“, „Verbrecherjagd“; wörtlich „Menschenjagd“) ist eine Computerspiel, welches wegen seiner deutlichen und extremen Gewaltdarstellungen sehr kontrovers diskutiert wurde.

Manhunt
Entwickler Rockstar North
Publisher Rockstar Games
Veröffentlichung 18. November 2003 (PS2)
23. April 2004 (Xbox, PC)
22. März 2016 (PS4)
Plattform PlayStation 2, Xbox,
PC (Windows), PlayStation 4
Spiel-Engine RenderWare
Genre Actionspiel
Thematik Snuff, Survival
Horror, Stealth
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Gamepad; Tastatur, Maus
Medium 1 DVD-ROM (PS2, Xbox)
3 CD-ROMs
Download (PC, PS4)
Sprache Englisch (UT: Deutsch)
Systemvor- aussetzungen 1 GHz CPU, 192 MB RAM,
32 MB Grafikkarte, Soundkarte,
DirectX 8.1, 2,3 GB
Festplattenplatz,
16× CD-/DVD-ROM-Laufwerk
Information Beschlagnahmt nach
§ 131 StGB in Deutschland.
Alterseinstufung
Nachfolger dieses Spiels Manhunt 2

Manhunt wurde im November 2003 für PlayStation 2 und im April 2004 für Xbox und Windows-PCs von Rockstar Games herausgebracht. Entwickelt wurde Manhunt von Rockstar North.

Handlung

Der Spieler übernimmt die Rolle von James Earl Cash, einem verurteilten Verbrecher, der auf seine Hinrichtung wartet. Jedoch hat ein reicher, einflussreicher ehemaliger Hollywood-Regisseur namens Lionel Starkweather die örtliche Justiz bestochen, so dass die Hinrichtung nur vorgetäuscht und Cash dem Regisseur übergeben wird. Dieser setzt Cash ein, um mit seiner Hilfe Snuff-Filme zu drehen, in denen Cash die Mitglieder diverser Gangs vor laufender Kamera auf möglichst brutale Art und Weise umbringen soll.

Das Spiel wird von einigen als Parodie und Kritik auf diverse Aspekte der modernen Medienlandschaft betrachtet. Es wird als Satire auf die eskalierenden Reality Shows gesehen. Der Film- und Medienbezug wird auch durch die Bezeichnung der einzelnen Levels als „Szenen“ nochmals verdeutlicht.

Kontroverse

Die deutliche, brutale Gewaltdarstellung, besonders die Exekutionen, die nach erfolgreichem Anschleichen erfolgen, sorgten für einige Kontroversen. In fast ganz Europa wurde das Spiel aus dem Handel genommen.

Durch die Berichterstattung der RTL-Sendung Stern TV am 2. Juni 2004 mit Elke Monssen-Engberding, der Leiterin der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), die das Spiel indiziert hatte, sorgte das Spiel für Aufsehen. Nach Angaben von Branchenkennern stieg daraufhin der Absatz des Spiels rapide an.

Mit Beschluss vom 19. Juli 2004 hat das Amtsgericht München die bundesweite Beschlagnahme des Titels nach § 131 StGB (Gewaltverherrlichung) für alle Systeme angeordnet. Im Sommer 2005 folgte ein Einziehungsbeschluss (ebenfalls vom AG München). In amtlichen Mitteilungen ist der Einziehungsbeschluss allerdings erst seit dem November 2005 gelistet. Die Einziehung hat eine Vernichtung der beschlagnahmten Träger zur Folge.

In Großbritannien wurde das Spiel von Giselle Pakeerah, der Mutter des Opfers, für den Mord des 17-jährigen Warren Leblanc am 14-jährigen Stefan Pakeerah verantwortlich gemacht. Die Polizei fand das Spiel jedoch beim Opfer, nicht beim Täter, der durch den Raubmord seine Drogensucht finanzieren wollte.

Im Rahmen des von Sony im Dezember 2015 vorgestellten PS2-Emulations-Programms für die PS4 wurde Manhunt im März 2016 digital veröffentlicht. Von einer Veröffentlichung in Ländern, in denen Manhunt auch vorher nicht erhältlich war – wie unter anderem Deutschland, Australien und Neuseeland – wurde abgesehen. Andere Rockstar-Spiele wie GTA III, Vice City, San Andreas sowie Canis Canem Edit sind hingegen in Deutschland auch weiterhin verfügbar.

Quelle
2017-09-19 08:12
👤Bobby